Fotokunstpfad Zingst

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Two Silverager on Tour

Abseits des Trubels – in Prerow ganz einfach: Man wohnt am Darßer Urwald und verdrückt sich in denselben, sobald Touris am Horizont auftauchen. Aber in der absoluten Nachsaison ist das alles nicht ganz so arg mit den Menschenmassen.

In Anbetracht der Jahreszeit waren die ersten Tage auf dem Darß überraschend sonnig und relativ warm. Dann stürmte es heftig und ein grauer Keil schob sich dazwischen. Aber nachmittags verzog sich das Grau und dem nächsten Spaziergang stand nichts mehr im Wege.

Kunst und Fotografie erleben. Tolle Sache. Zingst und der Fotokunstpfad – es war reichlich pustig und auf der Seebrücke z.B. gab´s fast kein Halten mehr. Utes treuer Begleiter Ricky hat sich schlichtweg geweigert, sich dem auszusetzen.

An der stürmischen Ostsee im Herbst

Freihändig war das Filmen tageweise kaum zu schaffen wegen der absoluten Wackeldackelgefahr. Selbst mit Stativ war es eine Herausforderung ob des Sturmes. Aber nichtsdesto… Vom Ton habe ich ab und an mal komplett abgesehen, da das Gerausche unhörlich gewesen wäre.

Impressionen Zingst

Der Fotokunstpfad in Zingst bestand aus elf Kunstwerken, die – über ganz Zingst verteilt – der Reihe nach abgelaufen und fotografiert werden konnten. Dazu gab´s kostenlos Kameras ausgeliehen. So ganz „nebenbei“ lernte man so auch die schönsten Ecken kennen.

Zwei Wochen Urlaub auf dem Darß – es gibt viel zu sehen, schlafen wir erst einmal aus. Nichts da, wir hatten uns schließlich ein strammes Programm vorgenommen. Das Wetter spielte im Großen und Ganzen mit. Bei Regengeriesel ging´s halt später los. Bei den Wetterapps heutzutage kein Problem.

Die ersten Tagesmärsche von zehn bis fünfzehn Kilometern dauerten na klar, denn an jeder Ecke warteten die Motive. Nachdem wir die nähere Umgebung von Prerow fußläufig gescannt hatten und abends total kaputt ins Essen fielen, ging´s etwas weiter weg und die Kilometermärsche mit vollem Fotoequipment wurden weniger. Mittlerweile kommen wir sehr gut an die Objekte unserer Begierde ran, ohne wunde Füße oder einen krummen Rücken. Man muss auch im Alter ja zwangsläufig lernfähig bleiben. Besser is.

Impressionen Prerow

Projekt Darßer Leuchtturm

Gesagt, getan. Der aktuelle Plan des Tages: auf zum Darßer Leuchtturm ohne viel Lauferei. Die Darßbahn musste also herhalten. An sich kindischer Spielkram, aber um Kilometer zu sparen, die Lösung schlechthin. Wir pferchten uns also in dieselbe und hoppelten in der überfüllten Bahn gänzlich unkomfortabel Richtung Nothafen Prerow. Lokführer Joachim tat sein Übriges dazu und schlenkerte mit der Bahn hin und her. Na gut, besser schlecht gefahren als gut gelaufen.

Wir wollten ja nicht so viel laufen; hm… Das Ende vom Lied wegen Überfüllung der letzten Pferdekutschen und Darßbahnen sahen wir uns gezwungen, doch noch durch den Urwald zurück zu laufen. Man stelle sich laaange Strecken zwischen tollem Herbstlaub vor. Endlos lang, kilometerlang, elendiglich lang… Das gab wieder krumme Rücken und müde Füße. Aber schee war´s.

Am Ende lockten ein nettes Essen – selbst gekocht, na klar – und ein Gläschen Wein.

Geschichten vom Darß

Genuss ist relativ

Apropos essen; wir wagten es, einmal verschiedene Sorten lokal hergestellter Sanddornmarmelade zu kaufen. Soll ja gesund sein. Allerdings fanden wir schon das Bouque nicht sooo besonders ansprechend. „Nase zu und durch“, hätte meine Oma dazu gesagt. Wer´s mag, mag´s mögen. Leider waren dann die Gläser offen, sodass sie noch nicht einmal für Mitbringsel taugten. Dumm gelaufen.

Der Bunker

Herbst – Sturm! Dicht an der Kliffkante zwischen Wustrow und Ahrenshoop war die Kamera nicht ruhig zu halten. Objekt der Begierde: die Einzelteile eines herabgestürzten Bunkers aus DDR-Zeiten, die dekorativ in der fetzenden Brandung Stand hielten. Man rechnet damit, dass innerhalb der nächsten dreißig Jahre auch noch die restlichen Teile von der Küste plumpsen und sich somit selbst im Meer entsorgen. Eine Sprengung würde sich damit erübrigen. Bis dahin gilt diese Bunkeranlage als eine der Sehenswürdigkeiten auf Fischland-Darß-Zingst.

Stippvisite auf Rügen – Prora und Sassnitz

Prora – eine Legende auf Rügen. Zu den Lost Places gehört sie ja eigentlich nicht mehr, obwohl noch viel obsoleter Kram auf dem Gelände ist. Jede Menge von den 4 km Urlaub-für-alle-Gebäuden aus den 30er Jahren ist schon saniert und zu prallem Luxus umfunktioniert worden. Denkmalschutz? Gilt wohl für diesen speziellen Fall nicht so unbedingt. Da wird munter gebaut und gewerkelt ohne Rücksicht auf Verluste.

Spannende Geschichte war das Fotografieren, zumal der Sturm fetzte und absolute Untergangsstimmung herrschte. Unsere Leihkameras taten gute Dienste, aber wer normalereise mit DSLR unterwegs ist, weiß das sehr zu schätzen. Der Dynamikumfang der OLYMPUS OMD10 ließ etwas zu wünschen übrig, aber im Makrobereich leistete sie sehr gute Dienste. Das Handling war nicht unbedingt selbsterklärend.

In Sassnitz am Kurstrand – die Kreidefelsen waren eigentlich unser Ziel – war der Weg bald zu Ende: das Wasser brandete bis an die Steilküste. Caspar-David-Friedrich-Fotos gibt´s also dieses Mal nicht. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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